Zu Gast im Mea Via - The Slow Farm Hotel
Man kommt wegen der Seiser Alm. Man bleibt wegen allem anderen.
Pufels ist kein Ort, den man zufällig durchfährt. Das Bergdörfchen liegt auf 1.400 Metern zwischen Gröden und der Seiser Alm, am Ende einer kurvenreichen Straße, abseits der großen Touristenströme. Wer hier ankommt, hat sich dafür entschieden. Wir hatten vor dem Aufenthalt im Mea Via gerade einen Hotelaufenthalt hinter uns, bei dem einfach alles gestimmt hat. Dass es im Mea Via noch besser werden würde, hätten wir nicht erwartet.
Ein Tag hier sieht ungefähr so aus: Frühstück genießen. Auf die Skier oder zum Wandern, hinauf auf die Seiser Alm. Zurück, in die Sauna. Abendessen auf Sterne-Niveau. Ein Glas Wein. Früh schlafen. Herrlich!
Das Haus
Bergbauernhof, Designhotel, Slow-Travel-Paradies – das Mea Via ist alles davon, und es wirkt trotzdem stimmig. Das Haus wurde komplett modernisiert: viel Holz, klare Linien und trotzdem Wärme. Das Konzept des Slow Farm Hotels sitzt bis ins kleinste Detail – im Ambiente, im Service, im entschleunigten Takt des Abendessens. Niemand hetzt hier. Niemand soll hetzen.
Direkt neben dem Hotel: ein echter Bauernhof. Grauvieh, Mangalitza-Schweine, ein Esel. Kräuter, Obst und Gemüse wachsen auf eigenem Grund. Das ist kein Kulissenbauernhof, sondern gelebter Alltag der Familie Pitschieler.
Der Spa-Bereich – auch Mea Fën genannt, grödnerisch für mein Heu – ist einer der besten, den wir in dieser Kategorie erlebt haben. Eine Bergpanoramasauna, eine Bio-Bergkräutersauna, ein Bergquellwasser-Dampfbad und ein Eisbrunnen. Das eigentliche Herzstück aber ist der Heubett-Ruheraum: Das Heu stammt von der eigenen Alm, handgeschnitten, mit bis zu 80 verschiedenen Gräsern, Kräutern und Blumen. Es piekst leicht. Es wärmt sehr. Nach einem langen Tag in den Bergen gibt es kaum Besseres.
Nach dem Abendessen lohnt sich ein Abstecher in die Mule Bar – benannt nach dem Hausesel. Feine Cocktails, Grappa und Gin aus Südtirol, dazu eine Feuerstelle und eine Panoramaterrasse. Kein Pflichtprogramm, aber ein schöner Abschluss.
Die Gastgeber
Seit mehr als 50 Jahren führt die Familie Pitschieler das Mea Via – und man merkt es. Nicht in Form von Nostalgie, sondern in der Art von Präzision. Der Empfang ist herzlich, der Service aufmerksam und professionell, jedes Detail durchdacht.
Alle packen mit an: an der Rezeption, im Service, an der Bar, dort, wo es gerade gebraucht wird. Die Abläufe greifen ineinander, ruhig und selbstverständlich. Als Gast entsteht nie das Gefühl, dass etwas fehlt oder improvisiert werden muss. Alles ist da, ohne dass man danach fragen müsste.
Die Zimmer
Leinen, Eichenholz, viel Licht. Die Zimmer sind zurückhaltend stylish gestaltet, mit klaren Linien und warmen Materialien. Die offenen Bäder aus Dolomitstein mit Regendusche passen perfekt zum Raumkonzept. Zusätzlich Bademantel, Naturkosmetik von Trehs – und all die kleinen Details, die man in manchen Hotels vermisst und hier einfach vorfindet: Schminkspiegel, Kosmetiktücher, Wellness-Tasche. Hotelpräzision par excellence.
Der Panoramablick auf Berg und Tal ist kein Bonbon – er ist der eigentliche Mittelpunkt des Zimmers. Zimmer mit Aussicht unbedingt beim Buchen anfragen.
Die Kulinarik
Halbpension ist inbegriffen, und man möchte sie nicht missen. Das Frühstücksbuffet ist reichhaltig ohne überwältigend zu sein: Müsli, frisch gepresste Säfte, Hausbutter, Honig vom eigenen Hof, Brot und Croissants, Wurst und Käse. Kein Schnickschnack, aber auch keine Lücken. Am Nachmittag gibt es Kuchen – mehrere zur Auswahl, hausgemacht. Der Kaffee dazu - sehr gut! Auch das ist nicht selbstverständlich.
Das Abendessen beginnt mit einem Vorspeisenbuffet: Salate, Antipasti, und immer eine Überraschung aus der Küche. An unserem Abend: frittierter Kalbskopf. Klingt gewagt. War es nicht – er war makellos. Danach Pasta, Hauptgang, Dessert. Die Küche ist modern interpretierte alpine Küche auf Sterneniveau, vieles aus der Eigenproduktion des Hofs. Die Spaghetti mit Bröseln und Speck ist das, was man am nächsten Tag noch einmal bestellen möchte. Der Saibling zart, das Traubensorbet das unerwartet Beste auf der Karte. Wer Unverträglichkeiten hat, bekommt eigene Menükreationen – ohne Aufhebens.
Tipps
Die Heubetten im Spa ausprobieren – es piekst minimal, aber das Wohlgefühl stimmt
Den Hotel-Shuttle zur Gondel rauf auf die Seiser Alm nutzen
Nicht verpassen: Mehrmals pro Woche bietet das Mea Via im Sommer als Inklusivleistung geführte Wanderungen und Mountainbike-Touren an.
Lage & Umgebung
Pufels liegt zehn Minuten mit dem Auto von der Gondel zur Seiser Alm entfernt – der hauseigene Shuttle-Service macht diesen Weg unkompliziert. Die Seiser Alm ist Europas größtes Hochplateau. Im Winter eines der schönsten Skigebiete der Dolomiten, im Sommer ein Wanderparadies – und schlicht eines der beeindruckendsten Stücke Landschaft, die Südtirol zu bieten hat.
Wer einen Ausflug plant: Der Völser Weiher gilt als einer der schönsten Badeseen Italiens. Kastelruth, ein paar Kilometer entfernt, lohnt sich für einen ruhigen Nachmittag.
Preise
DZ ab 270 € / Nacht inkl. Halbpension
Infos & Buchung
Mea Via - The Slow Farm Hotel · Pufels 14 · 39046 St. Ulrich, Gröden, Südtirol / Italien
Instagram: @meaviahotel
E-Mail: info@mea-via.it
Web: mea-via.it
Photo Credits: The Cozy Edition
Dieser Beitrag ist redaktionell unabhängig. Der Aufenthalt wurde selbst organisiert und vollständig selbst finanziert. Es bestehen keine kommerziellen Vereinbarungen mit der genannten Unterkunft. Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wir erhalten unter Umständen eine Vergütung, wenn du über die Links buchst.