Zu Gast im Hotel Jägerhof
Drei Generationen, ein Haus – und eine Wärme, die man so selten findet.
Die Anfahrt über den Jaufenpass ist aufregend – kurvenreich, aber mit Ausblicken, die sich lohnen. Dann geht es hinunter ins Passeiertal, und irgendwo auf 1.300 m liegt der Jägerhof, ruhig und selbstverständlich in die Berglandschaft eingebettet. Schon beim Ankommen merkt man schnell: Hier ist jemand mit ganzem Herzen dabei.
Seit 1965 führt die Familie Augscheller dieses Haus, inzwischen in dritter Generation. Das merkt man nicht in Jahreszahlen, sondern in der Aufmerksamkeit für Details, die man selten erlebt: in der Art, wie man begrüßt wird, in dem Brot, das jeden Morgen frisch gebacken auf dem Tisch steht, in der Postkarte mit Briefmarke, die am letzten Tag auf einen wartet. Ein Genießer- und Naturhotel – und das ist nicht gelogen. Genau die Art von Ort, die wir lieben.
Das Haus
Der Jägerhof befindet sich in einem spürbaren Wandel. Eingangsbereich, Rezeption und ein Teil der Zimmer wurden modernisiert – mit Gefühl, natürlichen Materialien und einem klaren Blick für das, was ein Haus einladend macht. Andere Bereiche tragen noch die Handschrift früherer Jahrzehnte: tadellos gepflegt, aber im Vergleich ein leichter Stilbruch. Das wirkt nicht störend, sondern ist eher ein Hinweis darauf, dass hier gerade etwas wächst.
Was das Haus ausmacht, ist weniger die Architektur als die Atmosphäre. Jeden Morgen liegt die Morgenpost auf dem Frühstückstisch – Wandertipps, Wetterbericht, Programm des Tages. Das tägliche Angebot ist vielseitig: Wandertouren oder Schneeschuhwanderungen im Winter, Kochkurse, Massagen. Wer möchte, hat jeden Tag etwas vor. Wer lieber auf der Sonnenterrasse sitzt, einen Aperol in der Hand, und einfach in die Berge schaut – auch das geht wunderbar.
Der Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad, Kneippbecken, Infrarotsauna und Outdoor-Whirlpool ist funktional und gepflegt. Ein bisschen aus der Zeit gefallen wirkt er, aber an Sauberkeit und Komfort gibt es nichts auszusetzen.
Die Gastgeber
Vier Menschen, ein Haus. Siegi steht in der Küche und an der Rezeption – ruhig, präzise, mit einem Handwerk, das man schmeckt. Matthias ist der kulinarische Kopf der nächsten Generation – kreativ, mit einem besonderen Fokus auf vegetarische Küche, die selbst überzeugte Fleischesser zum Nachfragen bringt. Magdalena begleitet die Gäste durch den Abend, empfiehlt den passenden Südtiroler Wein und kennt die Berge der Umgebung wie ihre Westentasche. Und dann ist da Irmgard. Irmgard ist einfach immer da; niemand im Haus ist so präsent wie sie. Ihre herzliche Art macht aus einem schönen Aufenthalt einen besonderen. Sie begann einmal im Kindergarten – vielleicht erklärt das, warum sie so selbstverständlich auf Menschen eingeht.
Was die Gastgeber insgesamt von vielen anderen unterscheidet: Sie merken sich Dinge. Die Frühstückspräferenz vom ersten Tag. Dass man keinen Zucker im Kaffee möchte. Dass man lieber draußen sitzt. Kleine Aufmerksamkeiten, große Wirkung.
Am letzten Tag eine Flasche Apfelessig für zuhause. Selbst gemachte Müsliriegel für den Heimweg und eine Postkarte mit Briefmarke auf dem Frühstückstisch.
Die Zimmer
Wir hatten das Naturzimmer Bio Edelweiß – geräumig, minimalistisch, helles Holz, dezente Farben. Beim Eintreten der vertraute Zirbenduft, der sofort für jenes Wohlbefinden sorgt, das man von keinem anderen Material bekommt. Das Bad ist neu, mit Regendusche, Handtuchtrockner und Bademantel. Die Naturkosmetik von Trehs mit Zirbenduft rundet das Bild ab.
Die Zimmer sind nicht alle gleich – ein Blick auf die Website vor der Buchung lohnt sich, besonders um eines mit Balkon und Ausblick ins Passeiertal zu wählen.
Die Kulinarik
Halbpension ist inklusive – und man versteht nach dem ersten Abendessen, warum man das nicht anders möchte. Das Menü wechselt täglich, es gibt Fleisch, Fisch und vegetarische Optionen, dazu Salatbuffet, zwei Vorspeisen, zwei Gänge und verschiedene Desserts. Wer Unverträglichkeiten hat, bekommt täglich eigene Kreationen – ohne Aufhebens, ohne Kompromisse.
Besonders die vegetarischen Gerichte stechen hervor. Rote-Rüben-Knödel, Gemüsegratin, ein Obstsalat, der diesen Namen kaum verdient – weil er so viel mehr ist. Die Namen klingen unscheinbar. Der Geschmack nicht.
Das Frühstücksbuffet ist großzügig: Käse und Wurst frisch aufgeschnitten, selbst gebackenes Brot, Birchermüsli, Smoothie, Joghurt, Obst – und die besten Blutorangen, die wir seit langem gegessen haben.
Abends empfiehlt Magdalena den passenden Wein – Südtiroler Weine, lokale Biere, alkoholfreie Alternativen. Alles aus der Region, alles mit Überzeugung ausgewählt. Das Wasser kommt übrigens aus der eigenen Bergquelle.
Tipps
Zimmer mit Balkon und Ausblick ins Passeiertal buchen
Auf der Website nach Spezialangeboten Ausschau halten
Lage & Umgebung
Wanderwege starten direkt vor dem Haus – im Winter als Schneeschuhrouten, im Sommer als ausgedehnte Bergtouren mit Blick bis weit ins Tal. Das Skigebiet Ratschings ist ein echter Geheimtipp: klein, fein, ohne Massenandrang – ideal für ein langes Wochenende auf der Piste. Die Tochter des Hauses kennt es in- und auswendig und gibt gerne Tipps.
Wer einen Ausflug plant: Meran und Sterzing sind in rund 30 Minuten erreichbar, Brixen einen Tagesausflug wert.
Preise
ab 76 € / Nacht pro Person inkl. Halbpension
Infos & Buchung
Hotel Jägerhof · Walten 80 · 39015 St. Leonhard Passeiertal, Südtirol / Italien
Instagram: @jaegerhof
E-Mail: info@jagerhof.net
Web: jagerhof.net
Photo Credits: The Cozy Edition
Dieser Beitrag ist redaktionell unabhängig. Der Aufenthalt wurde selbst organisiert und vollständig selbst finanziert. Es bestehen keine kommerziellen Vereinbarungen mit der genannten Unterkunft. Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wir erhalten unter Umständen eine Vergütung, wenn du über die Links buchst.